… denn „aus Fehlern entstehen die besten Geschichten“, sagt Melanie Amélie Opalka. Sie nennt sich eine „Expertin im Feiern von Fehlern“ und hat mich in ihren Podcast Schreibfehler eingeladen.
Und selbst wenn ich seit dem Herbst 2025 Wie alles begann jeden meiner Küchen-Fauxpas nur als kreative Erweiterung von Geschmacksmöglichkeiten betrachte, hab ich doch in vergangenen Lebenskapiteln schon so einiges versemmelt. Und so schnacken die Frau mit der fröhlichen sympathischen Stimme und ich darüber:
Auf dem Tisch liegen Tomaten, Zwiebeln, Pilze, Salat. Da stehen Mais, Jalapenos, saure Gurken – in Gläsern und Dosen. Drei Gerichte wollen wir kochen. Es darf einfach und günstig sein – „so ein bisschen Studentenfuttermäßig“ – begrüßt mich Laura herzlich.
Na das passt. Denn hier im Grindelviertel in Hamburg fühl ich mich sofort in meine eigene Studi-Zeit versetzt. Gegenüber auf dem Campus hab ich Wirtschaft studiert. 1991 – Himmel, ist das lange her.
(DER Cha Cha Cha als Tanz ist auch prima, doch der ist heute nicht dran.)
Sondern dieses wunderbare Restaurant in Olhao, Portugal. In dem ich jedesmal – noch bevor ich die Rechnung bezahlt habe – schon den Tisch für den nächsten Abend buche.
Chá Chá Chá Olhão: Weil Essen Menschlichkeit ist
Warum es meine Sinne so betört?
Natürlich liegt es auch am Essen. Die Speisekarte wechselt täglich. Kevin kauft morgens auf dem lokalen Markt ein. Was da ist, landet auf dem Teller. Selten habe ich an der Algarve so kreative Gerichte genossen.
Meist bin ich schon von den Vorspeisen so begeistert, dass ich es nicht bis zum Hauptgang schaffe. Dazu Hibiskus-Kombucha. Leicht, spritzig, eine Ahnung von Sommer. Ich trinke gerade keinen Alkohol – (Rheuma, du erinnerst dich?). Das Chá Chá Chá hat auch dafür eine Antwort. Viele vegetarische und vegane Optionen.
Und trotzdem: Den Thunfisch lasse ich mir nicht nehmen, der ist hier einfach zu frisch. An diesem Abend als Thunfisch-Crudo mit Orangen-Campari und knusprig gegrillten Kapern, dazu Austernpilz Shawarma mit Koriander Tahini und Gurke, und den hausgemachten Humus mit Brokkolispitzen.
Rheuma ist ein großer Sack an Dingen, die die Welt nicht braucht. Mediziner sagen, dass es mehr als 200 bis 400 unterschiedliche Krankheiten gibt, die damit verbunden werden. Es kommt aus dem Griechischen und bedeutet ziehender reißender Schmerz.
Stimmt.
Bei manchen sind „nur“ die Hände betroffen. Für mich bedeutet das manchen Tagen:
Beim Flaschenöffnen oder Brotschneiden bin ich froh, dass ich kein Single bin.
Schreiben auf der Tastatur geht noch. Stift nicht mehr.
Meinen geliebten schweren Pfannen und Töpfe nachzutrauern.
mit einer Müdigkeit zu leben, die sich einfach nicht wegschlafen lässt.
Was mich meine Brot-Experimente in diesem Jahr gelehrt haben
Anfang 2025 bin ich auf die Idee gekommen, mein eigenes Brot zu backen. Industrie- oder Bäckereiketten-Brot wird in den letzten Jahren immer gruseliger, und so wunderbare Brotgenüsse wie die der Backgeschwister gönnt man sich ja nicht jeden Tag.
Gut, dass ich eine Bäckerfreundin in meinem Umfeld habe. Ich habe Stefanie so viele Löcher in den Bauch gefragt, wie sie die Krume eines luftigen Weizenbrotes haben soll. Sie hat mir sogar einen Sauerteigstarter geschenkt, wie ihn die Profis in ihrer Backstube nutzen.
Einmal alles richtig machen
Dazu hab ich ein paar Wochen lang alles gelesen, was mir zum Brotbacken – es ist eine Wissenschaft! – unter die Finger kam. Ich habe sorgfältig abgemessen und gewogen, peinlichst genau Gärzeiten eingehalten. Habe versucht, jede kritische Temperatur hinzubekommen. Bloß nicht zu kalt, dann geht der Sauerteig nicht auf. Ein paar Grad zu heiß: Hefe tot. Kurz: ich hab getan, was ich bis dahin (in meinem Leben) immer getan hatte: Planen, Strukturieren, ich wollte alles RICHTIG machen – die sichere Nummer.
Wie geht es dir, wenn kurz vor Weihnachten (oder deinem Geburtstag) liebste Menschen fragen
Worüber würdest du dich freuen?
Womit kann ich dir eine Freude machen?
Was kannst du wirklich gut gebrauchen?
Ich fange da meist an zu stottern und komme ins Grübeln. Welche Wünsche könnten mir andere erfüllen? Ich hab doch alles.
Doch bei diesem Wunsch musste ich keine 2 Minuten nachdenken. Ich habe mir ein Jahres-Abo von 7 Hauben gegönnt1. Eine Plattform, auf der du Profi-Köch*innen beim Kochen zuschauen kannst.
Von
Meal-Prep(hat mich noch nie interessiert) über
Deutsche Klassiker (hier hab ich Nachholbedarf) zum
Brotbacken (steck ich aktuell bis zu den Ellenbogen drin) bis
Streetfood aller Länder (leider kann ich nicht alles gleichzeitig machen)
…
hier ist so viel drin, was mich vergnügt macht, dass aktuell sogar mein Job ein bisschen darunter leidet.
Kochen mit Leib, Seele und … den Händen
Mein zweiter Kurs, den ich mir (nach Weihnachtsbäckerei) fast jeden Abend gönne, ist die LEVANTE-Küche mit Haya Molcho. Natürlich kannte ich ihren berühmten Mann, den Pantomimen Samy Molcho. Aber ich hatte keine Ahnung, dass Haya Kopf und Herz hinter dem NENI in Hamburg (und 13 weiteren in ganz Europa) ist.
Doch jetzt, wo ich sie beim Kochen erlebe, weiß ich, warum ich so gern in diesem Restaurant esse – sie kocht, wie ich es liebe:
mit dem Händen, wann immer es geht
jeder Rest wird weiterverwertet
so, dass man in unbeschwerter Runde zusammenkommt und jede/r selbst kombinieren kann, was er mag
Kinder so früh wie möglich in die Küche, damit Respekt vor Lebensmitteln und die Lust am Selbermachen gefördert wird
Sie hat auch keine klassische Ausbildung als Köchin
und eröffnet erst mit 50 ihr erstes Restaurant (das hab ich nicht vor, aber wer weiß das schon?)
Schon heute weiß ich: Ich hab mir hier mein schönstes Weihnachtsgeschenk bereits selbst gemacht.
Wie gut bist du im Wünschen?
Wie sieht es bei dir mit den Wünschen aus? Weißt du schnell, was du willst, oder brauchst, oder einfach nur heimlich gern hättest?
Und wenn du dir etwas wünschst, wer kümmert sich um die Wunscherfüllung? Machst du selbst, oder delegierst du?
Funfact:
Meine Mutter ist auch so eine liebste Fragende. Allerdings delegiert sie nicht nur die Ideenfindung, sondern auch die ganze Geschenke-Logistik. Ich darf mir was ausdenken, es besorgen und verpacken… Dieses Jahr ist Schluss damit. Wir freuen uns, dass wir Zeit füreinander haben. Vielleicht gehen wir gemeinsam essen.
Keiner dieser Links ist ein Affiliate Link. Ich empfehle sie, weil ich begeistert bin. Nicht, weil ich etwas dafür bekomme, wenn du buchst. ↩︎
Nach einem verregneten Wochenende gibt es am Sonntagabend keinen besseren Platz als die Küche. Oder die Couch mit einem Film, der verspricht, nicht so anstrengend zu werden. Deshalb netflixen wir den brasilianischen Film „Caramelo“.
„Caramelo ist kein Film – es ist ein Gefühl. Eine stille, aber tief bewegende Ode an das Leben, an Freundschaft und die heilende Kraft eines treuen Hundes.“
Na dann…
Die Geschichte ist nicht neu. Doch mit einem Film über einen jungen, ehrgeizigen Koch, der davon träumt, ein erfolgreiches Restaurant zu führen, kriegste mich immer. Klar ist: das wird keine rasante Fahrt auf der Überholspur. Caramelo heißt auch nicht der Koch, sondern der charmante vierbeinige Streuner mit dem goldbraunen Fell, den Pedro (das ist der Koch) adoptiert. Zunächst widerwillig.
Ernährung hat einen gewaltigen Einfluss auf unseren Körper. Schon klar.
Doch man kann es auch übertreiben.
Würzt man die Übertreibung mit absurdem Humor, wird das zum augenöffnenden Schenkelklopfer; befreitem Gelächter irgendwo zwischen entspannter Erleichterung und „Hilfe, ich sterbe vor Lachen“.
Beweis gefällig?
Dann empfehle ich Band 5 aus Krimiserie „Achtsam morden“ von Karsten Dusse.
Achtsam morden durch bewusste Ernährung
„Füllen Sie nicht das Leben mit Mahlzeiten, sondern die Mahlzeiten mit Leben.“ (Joschka Breitner, Schöner Wohnen im eigenen Körper)1
Der erfolgreiche Rechtsanwalt Björn Diemel kommt bereits im 1. Band in Stress. Denn leider hat er seinen wichtigsten Mandanten kaltgemacht. Da auch seine Ehe kriselt, folgt er der unmissverständlichen Empfehlung seiner noch-Frau, sich einen Ausgleich zu suchen. Er landet bei Joschka Breitner, einem vielseitig begabten Achtsamkeits-Therapeuten.
Im 5. Band rücken sie Diemels aktuellem Hauptproblem – dem Anfressen gegen die Langeweile – mit gesunder Ernährung zuleibe. Von Ayurveda bis Heilfasten geht es rund. Zwei Morde inklusive.