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Kitchen Stories

Meine liebste Konserve

Auf dem Tisch liegen Tomaten, Zwiebeln, Pilze, Salat. Da stehen Mais, Jalapenos, saure Gurken – in Gläsern und Dosen. Drei Gerichte wollen wir kochen. Es darf einfach und günstig sein – „so ein bisschen Studentenfuttermäßig“ – begrüßt mich Laura herzlich.

Na das passt. Denn hier im Grindelviertel in Hamburg fühl ich mich sofort in meine eigene Studi-Zeit versetzt. Gegenüber auf dem Campus hab ich Wirtschaft studiert. 1991 – Himmel, ist das lange her.

Kochen für den Frieden

A propos Himmel – ich bin heute in der Evangelischen Studierendengemeinde. Hab den Abend auf rausgegangen.de gefunden. Laura Kohlmeyer – Pastorin und Gastgeberin – hat ihn da eingestellt. Eigentlich wollte ich die Plattform nur für die neuen Termine meines eigenen StoryTeller nutzen, doch der Titel „Kochen für den Frieden“ und die Ankündigung eines „Kochenden Pastors“ machen mich so neugierig, dass ich das unbedingt erleben will.

Die Gruppe ist klein, der Pastor – Maurício da Silva Carvalho – noch unterwegs. Er hat vergessen, eine vegetarische Zutat einzukaufen. Als er mit zwei Dosen und einem Lächeln eintrifft, verbreitet sich heitere Wohlfühltemperatur im Raum.

Laura hat die Rezepte auf dem Smartphone, drei Gerichte sollen es werden. Wir schnippeln, rühren, mixen schon mal los. Wir rollen aus, braten an – so richtig die Übersicht hat irgendwie niemand. Ich streichle meinem inneren Kitchen-Monk besänftigend über den Kopf, genieße das Durcheinander in aller Gelassenheit.

Am Ende schmeckt es allen. Darum geht’s doch, oder?

Nein, das ist noch längst nicht alles.

Wie kommt Frieden auf den Tisch?

Da ist noch die Frage nach der Konserve…

Was ist deine liebste Konserve?

Ich und Dosen? Dazu fällt mir erstmal gar nichts ein. „Ich koche immer frisch„. Das sagt auch Ayse aus Antolien. Sie war schon häufiger hier.

Doch als auch Erdbeermarmelade und Nutella als Konserven gelten, fallen mir die Apfelmusgläser aus Uromas Keller ein. Ein bisschen grau schon am oberen Rand. Wer weiß, wie ewig sie da schon standen. Zeugen einer Zeit, in der man nie sicher sein konnte, ob es auch morgen noch genug zu essen gibt. Doch dank unverwüstlicher Einweck-Gummis schmecke ich in der Erinnerung, wie ich als Kind mit dem großen Löffel direkt aus dem Glas naschen durfte, heute noch den Hauch von kostbarem Zimt auf der Zunge. Das ist Erinnerung, die trägt. Und dann waren da noch die Ananasdosen im Westpaket…eine andere Geschichte.

Deine Konserve für harte Zeiten

Während wir gemeinsam unsere Mahlzeit genießen, öffnet diese schlichte „Konserven-Frage“ den Raum weiter.

Auf welche ganz persönliche Konserve – welchen schönen Gedanken – welche Erinnerung – kannst zurückgreifen, wenn die Zeiten mal hart sind, wenn dir der Frieden fehlt?

Wir teilen Geschichten. Persönliche, berührende Momente. An diesem Tisch wird zugehört. Es ist Raum für jede/n.

Und deshalb möchte ich heute genau diese „Konserven-Frage“ an dich weitergeben. Für einen ruhigen Abend auf dem Balkon vielleicht. Oder wenn du am Meer sitzt und auf die Wellen schaust. Oder vielleicht triffst du dich an einem dieser langen Sommer-Abende mit Menschen draußen zum Essen, und bringst die Frage auf den Tisch.

Für mich wird dieses Kochen für den Frieden nicht das letzte gewesen sein. Vielleicht sehen wir uns in Hamburg. Hier findest du die nächsten Veranstaltungstermine ab Herbst 26

Wenn du mehr von Maurício da Silva Carvalho, dem Kochenden Pastor in Hamburg erfahren willst, hier findest du seine Geschichte , und hier seine weiteren Projekte, mit denen er kochend unsere Sehnsucht nach Frieden begleitet.

2 Antworten auf „Meine liebste Konserve“

Was für eine appetitanregende Geschichte, liebe Katrin. Konserven. Bei mir waren es die Champions aus der Dose. 1. Wahl. Gab es an Feiertagen zur Fleischsauce. Köstlich. Bis ich zum ersten Mal frische Pilze probieren konnte. Da war es vorbei mit den Konserven. Heute kaufe ich mir ab und zu eine. Wegen des Gefühls von damals.

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