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Lass uns aus Scheiße Dünger machen

Ich habe Rheuma.

Das ist Mist. Der kleiner Bruder von Scheiße.

Aber Fakt.

Viele haben es.

Rheuma ist ein großer Sack an Dingen, die die Welt nicht braucht. Mediziner sagen, dass es mehr als 200 bis 400 unterschiedliche Krankheiten gibt, die damit verbunden werden. Es kommt aus dem Griechischen und bedeutet ziehender reißender Schmerz.

Stimmt.

Bei manchen sind „nur“ die Hände betroffen. Für mich bedeutet das manchen Tagen:

  • Beim Flaschenöffnen oder Brotschneiden bin ich froh, dass ich kein Single bin.
  • Schreiben auf der Tastatur geht noch. Stift nicht mehr.
  • Meinen geliebten schweren Pfannen und Töpfe nachzutrauern.
  • mit einer Müdigkeit zu leben, die sich einfach nicht wegschlafen lässt.

Vielen merkt es niemand an.

So wie mir.

Schulmedizin. Ja. Und …

Es gibt Medikamente, die helfen. Gut für die Pharmaindustrie. Und Menschen, die darauf vertrauen, dass Medikamente allein es schon „richten“ werden.

„Richten“ ist relativ.

Die Schulmedizin sagt: Rheuma ist nicht heilbar. Man kann die Entwicklung verlangsamen. Versteh mich nicht falsch. Ich bin froh in einem Land zu leben, in dem ich auf medizinische Unterstützung zurückgreifen kann. Wenn ich es will. Die zahlreichen Nebenwirkungen will ich nicht.

Was darf ich lernen?

Doch ich gehöre zu den Menschen, die ihre Zipperlein nutzen, um genauer hinzuschauen. Was soll das? Wozu ist das gut? Was darf ich lernen?

Für mich ist dieser ungebetene Gast inzwischen ein Grund mehr für radikale Ehrlichkeit mir selbst gegenüber.

Frage 1: Habe ich mir meinen Mitbewohner selbst herangezüchtet?

Was man so hört und liest… Rheuma Patient*innen:

  • verlangten Dinge von sich selbst, bei denen andere schon beim Zuhören außer Atem sind
  • könnten nicht aufhören zu ackern
  • seien aufopfernd
  • schluckten negative Gefühle immer wieder runter
  • seien stinkig auf sich, wenn sie selbst nicht so funktionieren, wie sie sich das vorstellen

Nun ja … zugegeben, nichts davon ist mir unbekannt.

Aber ok, ich lebe noch.

Frage 2: Bin ich ausgeliefert und gebe auf? Oder bleibe ich handlungsfähig? Handlungs-fähig, ein schönes Wort, wenn man die Hände nicht mehr wie gewohnt benutzen kann, oder?

Aufgeben? Vergiss es!

Ja, ich höre meinem Körper besser zu. Work in progress. ↗️

Ja, ich hab verstanden, dass ein Rheumaschub ein freundlicher Hinweis ist, mir mehr Ruhe zu gönnen. Work in progress.↗️

Ja, ich habe Rheuma. Doch ich bin nicht mein Rheuma. Check. Erledigt.

Ja, mich mehr zu bewegen, ist ein Muss. Weiß ich. Außerdem spannt der Hosenbund seit den vielen Brotexperimenten deutlich. Begonnen. Dranbleiben. ➡️

Ja, ich kann eine Menge tun.

Kochen geht immer.

Und was ich selbst am besten kann ist Kochen. Hier habe ich mögliche Nebenwirkungen selbst in der Hand. Mache ich es richtig, gibt’s gar keine.

Natürlich hab ich mich dafür ordentlich schlau gemacht

  • Auf Insta gibt es ganz tolle junge Leute, die sich unermüdlich super inspirierende Rezepte dafür ausdenken.
  • In meinem Lieblingspodcast Hotel Matze hat Matze gerade Anne Fleck getroffen.
  • Und die Ernährungsdocs haben das Thema natürlich auch im Visier

Kaum Fleisch, kaum Zucker, viel Grünzeug, gute Öle etc etc. viel Omega 3 usw. usw.  – klingt freudlos? Muss es nicht. Das erlebe ich aktuell gerade beim Basenfasten wieder.

Rheuma ist mein Weckruf.

Rheuma ist für mich kein Todesurteil. So fies es mitunter auch wehtut. Es ist mein Weckruf: unbequem, schmerzhaft, aber klar. Ich habe mich entschieden, genau hinzuschauen. Ich will aus diesem Mist neue Erkenntnisse gewinnen. Ich bin bereit, mein Leben zu verändern und aus dieser Scheiße tatsächlich Dünger zu machen.

Denn wenn das bedeutet, noch wacher und kreativer zu kochen, gibt’s keinen Grund, nicht konsequent dranzubleiben. Mein Ja zu mehr Genuss und Lebendigkeit.

Was macht dein Mist?

Jetzt du:

Was in deinem Leben fühlt sich gerade nach Mist an? Und könnte vielleicht Dünger werden? Ein Mindfuck? Ein Zipperlein? Eine Angewohnheit?

Wenn dich dieser Text berührt, teile ihn mit jemandem, der genau diesen Gedanken heute brauchen könnte.

Oder schreib mir in die Kommentare, wo du angefangen hast, genauer hinzuschauen.

Falls du dich – wie ich – schlichtweg weigerst aufzugeben: Welche Strategie hilft dir, Tag für Tag weiterzumachen?

Mit deinem wilden kostbaren Leben… (aus einem Gedicht von Mary Oliver)

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Mach’s einfach

Was mich meine Brot-Experimente in diesem Jahr gelehrt haben

Anfang 2025 bin ich auf die Idee gekommen, mein eigenes Brot zu backen. Industrie- oder Bäckereiketten-Brot wird in den letzten Jahren immer gruseliger, und so wunderbare Brotgenüsse wie die der Backgeschwister gönnt man sich ja nicht jeden Tag.

Gut, dass ich eine Bäckerfreundin in meinem Umfeld habe. Ich habe Stefanie so viele Löcher in den Bauch gefragt, wie sie die Krume eines luftigen Weizenbrotes haben soll. Sie hat mir sogar einen Sauerteigstarter geschenkt, wie ihn die Profis in ihrer Backstube nutzen.

Einmal alles richtig machen

Dazu hab ich ein paar Wochen lang alles gelesen, was mir zum Brotbacken – es ist eine Wissenschaft! – unter die Finger kam. Ich habe sorgfältig abgemessen und gewogen, peinlichst genau Gärzeiten eingehalten. Habe versucht, jede kritische Temperatur hinzubekommen. Bloß nicht zu kalt, dann geht der Sauerteig nicht auf. Ein paar Grad zu heiß: Hefe tot. Kurz: ich hab getan, was ich bis dahin (in meinem Leben) immer getan hatte: Planen, Strukturieren, ich wollte alles RICHTIG machen – die sichere Nummer.

Ich habe mir wirklich Mühe gegeben.

Was kam raus?

Ich habe gebacken. Man konnte essen, was ich aus dem Ofen zog.

Gutes Brot war es nicht. Aber anstrengende Arbeit.

Nach ein paar erschöpfenden Versuchen ein guter Grund, wieder aufzuhören.

Einfach erschöpft von Perfektion

Die Monate vergehen.

Im Sommer kommt Rachel zu Besuch. Eigentlich ist sie DJane onePiece (neben ihrem Hauptjob).

Außerdem bäckt sie leidenschaftlich gern Brot. Mit Sauerteig. Ohne strenge Planung. Dafür mit Erfolg. Sagt sie.

Ich kann das nicht so richtig glauben.

Doch im Herbst – bei ihrem nächsten Gastauftritt in Hamburg – steht plötzlich ein Sauerteigansatz im Kühlschrank. Ich war nicht zu Hause, sonst hätte ich diesen anstrengenden Untermieter vermutlich abgelehnt.

Einfach mal machen

„Mach einfach mal“ , lässt sie ausrichten. „Einfach mit gleichen Teilen Mehl und Wasser ansetzen, Salz dazu (oder Gewürz, wenn du magst), einen Tag gehen lassen, immer wieder falten und dann in den Ofen. Versuch’s einfach, wird schon gut gehen. Und wenn nicht, versuchst du es gleich nochmal.“

Na die Frau hat gut reden.

Normalerweise fange ich bei dieser „einfach-mal-machen“-Phrase an zu knurren. Wäre es einfach, hätte ich es ja wohl hinbekommen.

Aber weil sie echt ne coole Socke ist … und sehr überzeugend sein kann, geb ich der Wasser – Mehl – Bakterien- Sache noch ne Chance.

Also mach ich einfach mal…

Ich setze meinen Perfektions-Kontrolli-Gedankenmacher-Anteil auf die Fensterbank und knete einfach los. Zur Inspiration (ganz ohne Bücher kann ich ja nun mal nicht 😉) hol ich mir noch Martin Johanssons | 1 Methode 100 Brote – der Untertitel „Ganz einfach frisch gebacken“.

Rachel hat recht. Es gelingt.

Einfach machen…

Und plötzlich erinnere ich mich: Genau das hatte ich mir vor 12 Monaten doch für das ganze Jahr vorgenommen. Mein Jahresexperiment 2025: Was auch immer mir in den Sinn kommt, ich tue es einfach und zwar sofort.

Irgendwo ist mir das im Laufe dieses intensiven erschöpfenden Jahres verloren gegangen.

Jetzt – mit dem Duft frisch gebackenen Brotes in der Nase – fang ich einfach wieder von vorn an. EINFACH machen.

Ich will leben, wie ich koche.

Versteh mich richtig: Ich will in meiner Küche keinem Profi-Konkurrenz machen. Ich will Freude haben, an dem was ich tue. Wenn das Ergebnis schmeckt, dann sind das schon 200% pures Leben.

Kannst du dich noch erinnern, wie du 2025 gestartet bist? An deine Vorhaben, deine Ideen, deine Pläne? Hattest du ein Motto?

Wie sieht es heute damit aus?

Und wenn es einen Menschen gibt, der dir wieder in die Spur geholfen hat, vielleicht hast du ja Lust bekommen, ihr oder ihm wieder mal Hallo zu sagen.

So wie ich mit diesem Artikel mein herzliches Dankeschön an Rachel sende 💖.

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Ich hab mir ein Geschenk gemacht

Wie geht es dir, wenn kurz vor Weihnachten (oder deinem Geburtstag) liebste Menschen fragen

  • Worüber würdest du dich freuen?
  • Womit kann ich dir eine Freude machen?
  • Was kannst du wirklich gut gebrauchen?

Ich fange da meist an zu stottern und komme ins Grübeln. Welche Wünsche könnten mir andere erfüllen? Ich hab doch alles.

Doch bei diesem Wunsch musste ich keine 2 Minuten nachdenken. Ich habe mir ein Jahres-Abo von 7 Hauben gegönnt1. Eine Plattform, auf der du Profi-Köch*innen beim Kochen zuschauen kannst.

Von

  • Meal-Prep(hat mich noch nie interessiert) über
  • Deutsche Klassiker (hier hab ich Nachholbedarf) zum
  • Brotbacken (steck ich aktuell bis zu den Ellenbogen drin) bis
  • Streetfood aller Länder (leider kann ich nicht alles gleichzeitig machen)

hier ist so viel drin, was mich vergnügt macht, dass aktuell sogar mein Job ein bisschen darunter leidet.

Kochen mit Leib, Seele und … den Händen

Mein zweiter Kurs, den ich mir (nach Weihnachtsbäckerei) fast jeden Abend gönne, ist die LEVANTE-Küche mit Haya Molcho. Natürlich kannte ich ihren berühmten Mann, den Pantomimen Samy Molcho. Aber ich hatte keine Ahnung, dass Haya Kopf und Herz hinter dem NENI in Hamburg (und 13 weiteren in ganz Europa) ist.

Doch jetzt, wo ich sie beim Kochen erlebe, weiß ich, warum ich so gern in diesem Restaurant esse – sie kocht, wie ich es liebe:

  • mit dem Händen, wann immer es geht
  • jeder Rest wird weiterverwertet
  • so, dass man in unbeschwerter Runde zusammenkommt und jede/r selbst kombinieren kann, was er mag
  • Kinder so früh wie möglich in die Küche, damit Respekt vor Lebensmitteln und die Lust am Selbermachen gefördert wird
  • Sie hat auch keine klassische Ausbildung als Köchin
  • und eröffnet erst mit 50 ihr erstes Restaurant (das hab ich nicht vor, aber wer weiß das schon?)

Schon heute weiß ich: Ich hab mir hier mein schönstes Weihnachtsgeschenk bereits selbst gemacht.

Wie gut bist du im Wünschen?

Wie sieht es bei dir mit den Wünschen aus? Weißt du schnell, was du willst, oder brauchst, oder einfach nur heimlich gern hättest?

Und wenn du dir etwas wünschst, wer kümmert sich um die Wunscherfüllung? Machst du selbst, oder delegierst du?


Funfact:

Meine Mutter ist auch so eine liebste Fragende. Allerdings delegiert sie nicht nur die Ideenfindung, sondern auch die ganze Geschenke-Logistik. Ich darf mir was ausdenken, es besorgen und verpacken… Dieses Jahr ist Schluss damit. Wir freuen uns, dass wir Zeit füreinander haben. Vielleicht gehen wir gemeinsam essen.

  1. Keiner dieser Links ist ein Affiliate Link. Ich empfehle sie, weil ich begeistert bin. Nicht, weil ich etwas dafür bekomme, wenn du buchst. ↩︎
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Wie alles begann…

Was machst du, wenn du spürst, dass eigentlich nichts mehr geht? Du aber trotzdem durchhältst?

Wenn du all deine Ideen, die Kraft, die du noch übrighast, aufsparst für andere, die sie nötiger brauchen?

Ist Mist! Führt nirgendwohin. Weißt du selbst, oder?

Mein Lieblingsmensch sagt dann immer „Entfern dich vom Problem!

Genau das habe ich getan.

An einem sonnigen Septemberwochenende schenke ich mir die Zeit und das Bahnticket, um mich endlich mal wieder neben mich selbst zu stellen. Richtig weit daneben, um besser sehen zu können.

Die komplette Anreise aus dem Hamburger Flachland ins Salzburger Bergland verschlafe ich im ICE. Na wenn das kein guter Start ist.

Wenn das Leben Fragen stellt

Gerda-Marie Adenau, eine geschätzte Kollegin, hat zum Retreat eingeladen. Der Titel: „Wenn das Leben Fragen stellt“. Unsere Frage sollen wir mitbringen.

Ich weiß nicht mehr genau, wo und wann sie zu mir kam. Mich verblüfft nur die Klarheit, in der meine Frage auftaucht, ohne dass ich auch nur eine Sekunde darüber nachdenken muss.

„Wie wäre mein Leben, wenn ich so lebe wie ich koche?“

„Wie wäre mein Leben, wenn ich so lebe wie ich koche?“

Upps, was heißt das denn?

In der Stille inmitten einer beeindruckenden Berglandschaft atme ich seit langem wieder mal frei durch. Das Stadtkind in mir fühlt sich wie Heidi auf der Alm. Gemeinsam mit einer kleinen Gruppe Frauen folge ich der Spur meiner Frage.

Gerda-Marie Adenau begleitet uns mit philosophischen Impulsen zum Lauschen, Spüren, Schreiben, Austauschen.

Das Leben fragt uns, was wir zu geben bereit sind. Was es von uns erwarten kann?“ (Viktor Frankl).

Das haut tief rein. Denn da ist noch so viel mehr, das ich anzubieten habe. Mehr als ich der Welt bisher von mir gezeigt habe. Nächstes Jahr werde ich 60. Das Leben trommelt ungeduldig mit den Fingern.

Resonanz bedeutet, mit der Welt in Beziehung sein.„(Hartmut Rosa).

Spontan fällt mir die Leichtigkeit ein, mit der ich mit mir selbst in Beziehung bin, wann immer ich in meiner Küche werkle. Kochen ist meine Meditation. Und wenn ich mit vier Frauen beim StoryTeller an meinem Küchentisch sitze, ist das Resonanz pur. Hier ist – außer dem Menü – nichts geplant. Alles entsteht von selbst.

In einer ersten Übung schreiben wir unsere Frage in großen Buchstaben auf ein leeres Blatt Papier. Eine andere Teilnehmerin hat den Auftrag, ihre spontanen Vermutungen zu notieren, weshalb mich wohl gerade diese Frage beschäftigt.

Unter meiner Frage steht:

Ich nehme an:

  • sie kocht sehr gut und ist zufrieden damit
  • sie ist mit ihrer momentanen Lebenssituation unzufrieden
  • sie würde das gern umdrehen, so dass sie das gleiche Gefühl im Leben hat, wie beim Kochen.

Ich lese diese Zeilen still. Jede einzelne verwandelt mich in einen Wackeldackel – kopfnickende Zustimmung.

In meinem Leben – mit dem ich eigentlich ganz zufrieden bin – erlebe ich mich strukturiert, prozessorientiert, reflektiert. Ich fange nix an, bevor ich Dinge gründlich durchdacht und geplant, mögliche Risiken abgewogen – und daraus Plan B und C entwickelt habe. Raum für Spontanität erlaube ich mir eher selten.

In meiner Küche ist das vollkommen anders.

Da

  • habe ich Ideen, keinen Plan.
  • lasse ich mich von Rezepten inspirieren. Nehme sie aber nicht wirklich ernst.
  • koche ich mit dem, was da ist. Fehlt etwas, wird improvisiert.
  • ändere ich mitten im Tun manchmal die Richtung, so dass aus Auflauf eine Suppe wird, aus einem Smoothie ein Salat.
  • experimentiere ich mit einer wilden Mischung aus Zutaten, die zu den wildsten wohlschmeckenden Überraschungen führen.

…und vor allem – fällt mir plötzlich auf – bin ich noch niemals, wirklich niemals auf die Idee gekommen, dass etwas schief gehen könnte.

Was also wäre, würde ich so leben, wie ich koche?

Im September nehme ich noch keine Antwort mit nach Hause. Die köcheln noch eine Weile auf kleiner Flamme.

Zurück im Hamburger Flachland bin ich wieder ganz bei mir: Kraftvoll und im Moment, vergnügt, behutsam und sehr klar. Für Menschen, die mit mir arbeiten. Für jene, denen meine Fürsorge gehört. UND für mich selbst.

Dass du heute diesen Blogartikel liest, ist eine erste Antwort. Mit diesem Blog werde ich dich mit auf meine Reise nehmen. Eine Reise, von der ich keine Ahnung habe, wohin sie mich führen wird. Wie schnell oder langsam ich reise, das wird die Zeit zeigen.

Nur eines spüre ich deutlich: die Richtung stimmt und deshalb werde ich weitergehen. Begleitest du mich ein Stück?

Falls du dir auch vom Leben Fragen stellen lassen willst – frag Gerda-Marie Adenau. Sie ist vom 30.4. – 3.5.2026 wieder unterwegs in Maria Kirchental.

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Filme

„Kochen heißt Liebe schenken“

Nach einem verregneten Wochenende gibt es am Sonntagabend keinen besseren Platz als die Küche. Oder die Couch mit einem Film, der verspricht, nicht so anstrengend zu werden. Deshalb netflixen wir den brasilianischen Film „Caramelo“.

Eine Rezensentin auf filmstarts.de schreibt:

Caramelo ist kein Film – es ist ein Gefühl. Eine stille, aber tief bewegende Ode an das Leben, an Freundschaft und die heilende Kraft eines treuen Hundes.“

Na dann…

Die Geschichte ist nicht neu. Doch mit einem Film über einen jungen, ehrgeizigen Koch, der davon träumt, ein erfolgreiches Restaurant zu führen, kriegste mich immer. Klar ist: das wird keine rasante Fahrt auf der Überholspur. Caramelo heißt auch nicht der Koch, sondern der charmante vierbeinige Streuner mit dem goldbraunen Fell, den Pedro (das ist der Koch) adoptiert. Zunächst widerwillig.

Doch als Caramelo ihm in einer Lebenskrise zur Seite steht und zum Motivationsspender für ein lebenswertes Leben wird, wissen wir, wohin der Hase – sorry, der Hund natürlich – läuft.

Caramelo bleibt nicht der einzige Lebensretter. Auch menschliche Supporter*innen, begleiten unseren Koch auf seinem Weg, bis seine leckeren Coxinha (ein brasilianisches Streetfood-Hähnchen-Gebäck, das ich in Portugal exzessiv genascht habe) ihm zum Durchbruch verhilft. Hier eine „Bauanleitung für Coxinha“ auf Youtube für dich.

Was mein Herz jedoch endgültig schmelzen lässt, ist die Szene, in der Pedro zu Mama nach Hause kommt. Er ist auf der Suche nach einer besonderen Zutat fürs Business. Hatte ihr bis dahin verschwiegen, wie es um ihn steht. In Mamas Küche darf er zusammenbrechen, und Mama bäckt Zuckerküchlein für ihn. Dialogzeile Mama:

Kochen heißt Liebe schenken.

Sag ich doch.

Wenn du Lust bekommen hast, hier ein Filmtrailer

Oder hast du Lieblingsfilme, in denen das Kochen die Hauptrolle spielt? Verrätst du sie mir? Gleich hier im Kommentar.

Fotorechte hab ich am 12.12.25 bei Netflix beantragt

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Bücher

Schöner Wohnen im eigenen Körper

Ernährung hat einen gewaltigen Einfluss auf unseren Körper. Schon klar.

Doch man kann es auch übertreiben.

Würzt man die Übertreibung mit absurdem Humor, wird das zum augenöffnenden Schenkelklopfer; befreitem Gelächter irgendwo zwischen entspannter Erleichterung und „Hilfe, ich sterbe vor Lachen“.

Beweis gefällig?

Dann empfehle ich Band 5 aus Krimiserie „Achtsam morden“ von Karsten Dusse.

Achtsam morden durch bewusste Ernährung

„Füllen Sie nicht das Leben mit Mahlzeiten, sondern die Mahlzeiten mit Leben.“ (Joschka Breitner, Schöner Wohnen im eigenen Körper)1

Der erfolgreiche Rechtsanwalt Björn Diemel kommt bereits im 1. Band in Stress. Denn leider hat er seinen wichtigsten Mandanten kaltgemacht. Da auch seine Ehe kriselt, folgt er der unmissverständlichen Empfehlung seiner noch-Frau, sich einen Ausgleich zu suchen. Er landet bei Joschka Breitner, einem vielseitig begabten Achtsamkeits-Therapeuten.

Im 5. Band rücken sie Diemels aktuellem Hauptproblem – dem Anfressen gegen die Langeweile – mit gesunder Ernährung zuleibe. Von Ayurveda bis Heilfasten geht es rund. Zwei Morde inklusive.

Nachdem ich den Roman gleich nach seinem Erscheinen 2024 verschlungen hatte, konnte ich die Theaterpremiere im Altonaer Theater kaum erwarten. Das 3-Personen-Ensemble teilt sich alle Rollen und legt eine beachtliche Kostümwechsel-Leistung hin. Schau es dir unbedingt an, so lange es noch läuft.

Dabei hat Karsten Dusse in seinem ersten Leben einen sehr ernsthaften Beruf. Doch der Rechtsanwalt mit Studium in Bonn, Lausanne und Los Angeles ist mit seiner mehrfach ausgezeichneten Arbeit als Buch- und Fernsehautor der beste Beweis, dass es immer noch ein weiteres Leben gibt, neben dem, das du ursprünglich gelernt hast.

Also,
bleib hungrig auf’s Leben.

  1. Zitat aus Achtsam morden durch gesunde Ernährung | Kapitel 5 | HEYNE ↩︎